Geschichte
|
| Entstehung des
Klosters. |
| Die Gründung des Klosters wird von der Sage
einem Ritter Heidenreich zugeschrieben. Auch die
Geschichte bestätigt, daß es eine Ritter
Heidenreich war, der das Kloster 1118 erbauen
ließ. Der Erzbischof von Köln genehmigte, daß
sich dort Mönche niederließen. Welchem Orden
diese aber zugehörten, läßt sich nicht mit
Sicherheit angeben, wahrscheinlich waren es
Benediktiner. Doch haben sie nur wenige Jahre
hier gelebt, denn um 1143 zogen Klosterfrauen aus
dem Prämonstratenserorden ein, die vom Kloster
Steinfeld in der Eifel kamen. Der Abt von
Steinfeld leitete auch das Kloster zu Dünnwald.
An der Spitze des Klosters stand die Meisterin,
erste Meisterin war Gerbirgis. Ein Prior
verwaltete das Vermögen des Klosters. Inder
Seelsorge waren besondere Priester tätig. Im
Klosterhaushalte arbeiteten neben der Meisterin
die Priorin, Subpriorin, Kellnerin, Küsterin,
Schaffnerin, Siechmeisterin und andere
Schwestern. |
| Güter des Klosters. |
| Das Dünnwalder Kloster besaß viele Güter,
die es durch Kauf erwarb oder die ihm der fromme
Sinn der früheren Zeiten schenkte. Im 15.
Jahrhundert besaß es nicht weniger als 4000
Morgen Äcker und Wiesen nebst ausgedehnten
Waldungen. Das meiste Eigentum lag in der
Umgebung, anderes lag oft weit entfernt. Die
erste Erwerbung war Hof Zupshoven im Kreise
Bergheim, dann folgten Wälder bei Buchheim,
Dünnwald und Paffrath, die gerodet wurden, und
hierauf 26 Morgen Land bei Rheindorf, wodurch das
Kloster Anteil an dem Patronate der Rheindorfer
Pfarrkirche erhielt. Weiter wurden erworben durch
Kauf oder Schenkung: Hof Wambach an der Wupper,
der Klosterhof, Kurtekotten, Leimbach bei
Schlebusch, Schürhof, 277 Morgen Land in
Schlebuschrath, 270 Morgen in Obermendig, ferner
Besitzungen in Wiesdorf, Flittard, Mülheim,
Heumar, Poll, Bensberg, Odenthal, Steinbüchel,
Opladen und besonders in Köln. Weingüter besaß
das Kloster in Poll, Langel, Rheidt, Bergheim,
Bonn, Obermendig, Rheinbrohl, Remagen,
Nieder-Hammerstein und Unkelbach. |
| Klösterlicher Landbau. |
| Alle diese Güter wurden auf beste Weise
bewirtschaftet. Die Pächter der einzelnen Höfe
bekamen bestimmte Vorschriften über Rodung,
Brache, Viehtrift, Fruchtwechsel, Düngung.
Dieser Betrieb war für das Landvolk der Umgebung
ein Muster, das zur Nachahmung aneiferte. Und so
darf wohr behauptet werden, daß die
Nutzbarmachung des Bodens und die Steigerung
seiner Ertragsfähigkeit für Schlebusch,
Mülheim, Bensberg und Gladbach der Anregung des
Klosters Dünnwalds zu verdanken ist. Gebaut
wurde vor allem Roggen, weniger Weizen, selten
Hafer. Als beliebte Fastenspeise wurden viel
Erbsein gezogen. Der Obst- und Gemüseanbau wurde
besonders gepflegt. |
| Zwei wichtige
Stiftungen. |
| Zwei Stiftungen, die heute noch in der
Dünnwalder Kirche bestehen, sind die St.
Blasius-Vikarie und die
Todesangst-Jesu-Bruderschaft. Der hl.
Blasius genoß in der Dünnwalder Kirche eine
besondere Verehrung, und schon früh erhielt er
daselbst einen ihm geweihten Altar. An diesem
Altare stiftete Graf Adolf VI. zum Gedächtnisse
seiner in der Schlacht bei Lüttich gefallenen
Waffengefährten im Jahre 1346 eine Vikarie. Der
Vikar sollte täglich an dem St. Blasius-Altar
eine hl. Messe für diese Gefallenen lesen. Die
Bruderschaft zu Ehren der Todesangst Jesu wurde
im Jahre 1662 gegründet. Die Beteiligung an
derselben war zu allen Zeiten sehr rege in
Dünnwald selbst und in der Umgegend. Ordensleute
und Adelige rechneten es sich zur Ehre an,
Mitglied der Bruderschaft zu sein. Im 18.
Jahrhundert wurde von verschiedenen Mitglieder
für jeden Tag des Monats eine hl. Messe
gestiftet. |
| Aufhebung des Klosters. |
| Das Jahr 1803 brachte die allgemeine
Aufhebung der Klöster, also auch des Klosters
Dünnwald. Der Staat übernahm das Patronat über
die Kirche, die Klostergebäude wurden mit
sämtlichen Gütern verkauft für 700 000 Franks
an das Bankhaus U. Schaaffhausen in Köln. Im
Jahre 1856 ging es an Freiherrn von Diergardt
über. In der Kellerei und im Priorat wurde
(genau wie im Kloster zu Altenberg) eine
chemische Fabrik, später eine Tuchfabrik
angelegt. Gegenwärtig ist der Klosterhof ein
Pachtgut. |
| Die Bewohner. |
Die Einwohner Dünnwalds geschäftigen sich
mit Landwirtschaft und namentlich mit
gewerblicher Tätigkeit in den nahen Städten.
Der Ort zählte im Jahre 1773 nur 468 Einwohner
in 76 Wohnhäusern, 1846 in 152 Wohnhäusern 950,
1890 in 327 Wohnhäusern bereits 2489 und
gegenwärtig 3040 Einwohner.
Dünnwald besitzt als Gemeindeigentum 1. die
Dünnwalder Heide, 2. den Lohnskotten, 3. die
Hard.
Dünnwald besaß vom Kloster her das Recht der
freien Viehhut, des Streuholens und des
Holzwesens. Als nun das Kloster aufgehoben wurde,
mußte der neue Besitzer die Gemeinde für den
Verlust dieser Gerechtsamen entschädigen, und
sie erhielt 1818 die Dünnwalder Heide.
Den Lohnskotten (Landskotten) kaufte die Gemeinde
im Jahre 1825 von der Regierung für 500
Reichstaler an. Größe von Lohnskotten und Heide
zusammen 158 ha.
Im Jahre 1820 erhielt die Gemeinde die Hard.
Jeder Steuerzahler bekam früher dort ein
Ackerstück angewiesen, seit 1855 wird die Hard
öffentlich verpachtet. Größe derselben 67 ha. |
| Kirchenwesen. |
| Die Geschichte des Klosters ist auch die
Geschichte der Kirche Dünnwalds. |
| Schulwesen. |
| Nahe beim Kloster in der kleinen
Küsterwohnung am Mutzbache befand sich die erste
Schule. Als erster Lehrer wird Johann
Liebeler genannt (aber auch früher
schon wurde Unterricht erteilt), der 1856 starb.
Im Jahre 1824 wurde die Schule bei der Kirche
erbaut, 1880 die Nordschule mit einem
Kostenaufwand von 40 000 M, 1907 die Südschule. |
| Bau- und
Kunstdenkmäler. |
| Von Baudenkmälern seien genannt die Kirche,
das Klostergebäude, Haus Haan, die
Hügelgräber, alte Kreuze (vor der Kirche, auf
dem Emberge, auf dem alten Kirchhofe u.s.w.) |
| Die Kirche. |
Sie ist eine dreischiffige romanische
Basilika mit flachen Decken aud stammt aus dem
12. Jahrhundert.
An der Westseite ist ein hoher schlichter Giebel
mit einem Steinkreuz aus dem 17. Jahrhundert auf
der Spitze und einem großen frühgotischen
Maßwerkfenster (das Glasfenster vom Jahre 1899)
in der Mitte. Zur Seite steht der eingebaute
schmale Turm, einfach gehalten, mit
Lichtschlitzen und romanischen Doppelfenstern in
der Glockenstube. Das Dach ist ein niedriges
Pyramidendach.
Das nördliche Seitenschiff wurde im 14.
Jahrhundert erbaut und im 17. Jahrhundert
umgestaltet. Es hat sieben Spitzfenster und zwei
einfache Barockportale, eins davon mit der
Jahreszahl 1640. Zwischen den Fenstern stehen
einfache Strebepfeiler, einmal abgetreppt und
sattelförmig gedeckt. Über je zwei Fenstern
erhebt sich ein hoher Giebel, es sind ihrer drei,
der vierte ist nur halb ausgebildet und lehnt
sich an den Turm an. Der erste und dritte Giebel
haben in der Mitte ein Rundfenster, der zweite
eine Nische mit der Figur des hl. Nikolaus. In
den vier Giebeleinschnitten standen früher vier
Barocksäulen, sie stehen jetzt auf dem Friedhofe
vor der Kirche.
Nur die Nordseite ist als Schauseite ausgebildet,
die Südseite dagegen nicht (an der Kirche zu
Paffrath findet sich das Gegenteil). Sie hat im
Obergaden noch die ursprünglichen
Rundbogenfenster. Das Seitenschiff ist in den
siebziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts
erneuert worden. Es ist Ziegelrohbau, der die
Südseite noch nüchterner macht, mit sieben
romanischen Fensterchen.
Die Chornische ist ein Halbkreis mit drei
spätgotischen Maßwerkfenstern. Die linke
Seitennische ist ebenfalls ein Halbkreis mit
jetzt vermauertem Fenster, über derselben eine
malerische welsche Haube. Die rechte Seitennische
ist abgebrochen. Die anstoßende Sakristei hat
ebenfalls ein spätgotisches Fenster.
Das Innere der Kirche ist ganz schlicht. Das
Mittelschiff hat eine flache Holzdecke, das Chor
ein Halbkuppelgewölbe. Die Pfeiler haben
einfache Sockel- und Kragplatten. Der zweite
Pfeiler von Westen zeigt durch seine größere
Breite an, daß von hier aus die Erweiterung des
12. Jahrhundert ansetzte. Die Westempore wird von
drei Kreuzgewölben getragen, die aus dem 12.
Jahrhundert stammen. Das nördliche Seitenschiff
hat gratige Kreuzgewölbe, die auf schlichten
barocken Leistenkonsolen ansetzen. Das südliche
Seitenschiff hat eine niedrige flache Holzdecke.
Eine spitzbogige Tür mit Wulsten führt aus
diesem Seitenschiffe in die Sakristei. Diese hat
zwei spätgotische Rippengewölbe, in dem einen
Schlußsteine findet sich ein Wappenschild, in
dem andern die Hand Gott Vaters.
Von der Ausstattung sei zuerst der barocke
Hochaltar aus dem 17. Jahrhundert genannt. In dem
Aufbaue ein Bild der Kreuzigung, links knieend
der hl. Norbert, Stifter des
Prämonstratenserordens, rechts der hl. Nikolaus,
der Patron der Kirche. Der Altar ist jetzt durch
einen modernen ersetzt worden. Im linken
Seitenschiffe steht ebenfalls ein Barockaltar mit
dem Gemälde des hl. Blasius. Von dem
Chorgestühle des 15. Jahrhunderts sind nur noch
geringe Reste vorhanden, auch sie sind jetzt
weggeräumt worden. Die barocke Kommunionbank
aber steht noch an ihrer Stelle. In der
Taufkapelle befand sich ein gutes Gemälde eines
niederländischen Meisters um 1550, es hatte
durch Feuchtigkeit stark gelitten. Ferner seien
genannt eine Holzskultur aus dem 16. Jahrhundert,
die Mutter Gottes mit dem Kinde darstellend (aus
dem Kapellchen am Emberg stammend), Statuen des
hl. Nikolaus, Norbert und Petrus, ein großer
viertüriger Barockschrank des 17. Jahrhunderts
mit verkröpften Füllungen und vier Reliefs der
Evangelisten, ein barocker Beichtstuhl, eine
Sonnenmonstranz aus vergoldetem Silber, 61 cm
hoch, aus dem 17. Jahrhundert, eine moderne Kasel
mit Stäben des 15. Jahrhunderts und reichen
Bild- und Wappenstickereien, eine zweite Kasel um
1500 mit Kölner Porten und Bildstickereien (zwei
andere Kaseln finden sich im germanischen Museum
zu Nürnberg), im Turme drei Glocken vom Jahre
1779 mit Inschriften, gegossen von Martin Legros
in Malmedy. |
| Das Klostergebäude. |
Von den Klostergebäuden sind noch zwei
Flügel erhalten, die im wesentlichen aus dem 17.
Jahrhundert stammen. Nur geringe Reste gehören
der romanischen und gotischen Zeit an. Der erste
Flügel stößt an die Sakristei an und dient
heute als Pächterwohnung. An der Vorderseite
findet sich die Jahreszahl 1620 in Eisenklammern.
In der Mitte erhebt sich ein hoher, malerischer
Fachwerkgiebel. An der Rückseite zog sich
früher der Kreuzgang hin, vermauerte gotische
Bogen in Ziegelstein deuten ihn noch an.
Der zweite Flügel setzt sich rechtwinkelig an
den ersten an, er dient als Wirtschaftsgebäude.
An der Südmauer sind einzelne Teile aus Tuff
gearbeitet, sie gehören noch der romanischen
Zeit an. Der größte Teil gehört dem 16.
Jahrhundert an. Daneben steht ein großes, reich
verziertes Tor in Haustein aus dem 16.-17.
Jahrhundert, das den inneren Klosterteil gegen
den Wirtschaftshof abschloß. Daneben steht ein
kleines Türchen mit Korbbogen, darüber ein
Wappen mit Abtsstab und den Buchstaben J. W.
Um das Kloster zieht sich die Klostermauer, die
zum Teil noch erhalten ist. An der Nordseite der
Mauer befindet sich ein Torbau, dessen
Schlußstein die Jahreszahl 1770 zeigt.
Innerhalb der Klostermauer stand das "Förstchen",
ein großer Fachwerkbau mit einer auf vier
Stützen ruhender Laube, ähnlich dem Hause in
Altenbrück. Im Winter 1899/1900 wurde es leider
niedergelegt. Das Kloster besaß früher die
Gerechtsame, Wein auszuschenken. Der Ausschank
lag bis 1742 auf dem Klosterhofe, Herzog Gerhard
verlegte ihn wegen zahlreicher Mißbräuche in
das Back- und Brauhaus, das sog.
"Förstchen", das als gastliches
Wirtshaus noch bis tief ins vorige Jahrhundert
hinein in der ganzen Umgebung bekannt war. |
| Haus Haan. |
Der Rittersitz Haan (von Hagen) begegnet uns
im Jahre 1230 im Besitze des gleichnamigen
Ritters Konstantin von Hane. Dessen Söhne
gerieten 1264 mit dem Kloster Dünnwald über die
Benutzung des Mutzbaches in Streit. Dem Kloster
stand das Recht zu, den Bach zum Betriebe seiner
Mühle (sie ist jetzt noch zu sehen) zu benutzen
die streitbaren Ritter von Haan aber legten auch
eine Mühle an und benutzten die Wasserkraft des
Baches. Der Streit endete damit, daß dem Kloster
das alleinige Recht auf den Wasserlauf
eingeräumt, den Rittern von Haan um des Friedens
willen die Mitbenutzung an zwei Tagen und zwei
Nächten wöchentlich gewährt wurde. Im Jahre
1466 lebte Ludwig von Lülsdorf als Herr von von
Haan, 1625 kam es durch Erbschaft von der Familie
Lülsdorf an die Familie von Droste zu
Wischering. Diese Familie errichtete im 18.
Jahrhundert das jetzige Herrenhaus und
veräußerte es im 19. Jahrhundert an die Familie
von Fürstenberg zu Stammheim, die es heute noch
besitzt.
Das Herrenhaus liegt auf einer hochaufgemauerten
Insel, zu der eine stark steigende Bogenbrücke
führt. Es ist ein schmuckloser Geviertbau von
fünf Fensterachsen an jeder Seite, mit zwei
Geschossen und hohem Mansardendache.
Die Wirtschaftsgebäude liegen in zwei Flügeln
gegenüber und sind jüngeren Ursprungs.
Die Sage erzählt, daß Haus Haan mit dem Kloster
durch einen unterirdischen Gang verbunden gewesen
sei. Durch diesen brachten sich die Nonnen in
Sicherheit, wenn das Kloster feindlich
überfallen wurde. |
| Die Hügelgräber im
Leuchterbruch. |
| Auf der Dünnwalder Hard liegen in einem
Walde, der dem Grafen von Fürstenberg=Stammheim
gehört, etwa 100 Hügelgräber. Die Hügel sind
1/2-3 m hoch. Bereits 1872 wurden durch Professor
Schaafhausen in Bonn acht Hügelgräber
aufgedeckt, 1893 deckte Direktor Rademacher in
Köln elf Grabhügel auf, und der Eigentümer
ließ außerdem noch vierzehn Gräber öffnen. In
der Mitte des Hügels stand jedesmal in einer
Brandschrift die Urne, die mit Knochenresten
gefüllt war. Bisweilen fanden sich neben den
Urnen kleine sog. Tränentöpfchen. Beigaben aus
Metall kamen selten vor, es waren meist Reste
eingacher, aus Bronzedraht gewundener Armringe,
in einem Falle auch eine eiserne Lanzenspitze.
Weiteres über die Hügelgräber siehe Seite 81. |
| Kunstfeld. |
| Nördlich von Dünnwald liegt das Kunstfeld
(Hornpott), ein Ort von 164 Einwohnern. Auf
dürrem Heideboden errichteten dort im Jahre 1820
die Fabrikanten Wöllner und Mannes eine Fabrik,
worin Berlinerblau, Soda, Samiak und dergl.
hergestellt wurde. Von diesen
"Kunst"produkten erhielt auch der Ort
den Namen "Kunstfeld". Später wurde
die Fabrik zur Drahtweberei eingerichtet. Im
Jahre 1869 wurde hier eine Dynamitfabrik
gegründet, bei einer Explosion am 25. Januar
1870 wurde sie zerstört, wobei 15 Arbeiter
gräßlich verstümmelt umkamen und mehrere
schwer verwundert wurden. |
| Kurtekotten. |
Nordwestlich von Kunstfeld, an der
Kreisgrenze liegt der Hof Kurtekotten. Er war
1277 im Besitze des Kölner Patriziers Johann von
Thurn, der ihn an das Kloster zu Dünnwald
verkaufte. Zur Zeit der Franzosenherrschaft wurde
er mit dem Schürhofe und dem Kratzgütchen der
Grafschaft Morsbroich einverleibt. Am 23. Oktober
1795 wurde der Hof von den Franzosen geplündert
und niedergebrannt. Im Jahre 1817 sank er
wiederum in Asche.
Bei dem ersten Brande lebte auf dem Hofe der
Meisterknecht Heinrich Märten,
ein tapferer Held im Kampfe gegen die Franzosen. |
| Der Emberg. |
Südwestlich von Dünnwald liegt der Emberg.
Er ist ein hoher Sandrücken, der nach Westen
eine steile Böschung hat. Er ist unzweifelhaft
ein altes Rheinufer, noch 1784 bei dem gewaltigen
Eisgange stand der Rhein bis an den Emberg.
Im Jahre 1250 brach ein Streit aus zwischen dem
Grafen Adolf IV. und den Kölnern. (Der Kampf ist
geschichtlich nicht nachweisbar.) Am Emberge
wurde gekämpft, und 50 Kölner blieben auf dem
Kampffelde. Auf diesem wurde ein Bildstock und
nachher ein Kapellchen errichtet. In demselben
befand sich ein Bild (Holzskulptur) der Mutter
Gottes, das später in der Klosterkirche
übergeführt wurde. Eine Klosterfrau Druda
machte 1337 dem Bilde zu Ehren eine Stiftung. Im
vorigen Jahrhundert wurde das Kapellchen durch
den Blitz zerstört. An seiner Stelle steht jetzt
noch ein Bildstock, der vom Volksmunde,
vielleicht in unbewußter Erinnerung an das
weiße Ordenskleid der Prämonstratenser, als
"weißer Mönch" bezeichnet wird. Auch
Sagen knüpfen sich an diese Stätte. |
| Die Höfe Schönrath,
Neurath und Rodderhof. |
| Vom Emberg weiter nach Stammheim hin liegen
diese 3 Höfe. Ihre Namen bedeuten schöne
Rodung, neue Rodung und gerodeter Hof. Der
Rodderhof hat einen Besitz von etwa 350 Morgen,
bei demselben fanden sich früher große
Ziegeleien. Die beiden anderen Höfe bildeten den
Rittersitz Schönrath, der im 14. Jahrhundert von
Ritter Sigwin zur Sühnung einer Blutschuld an
das Kloster Altenberg geschenkt wurde. Nach der
Aufhebung des Klosters ging er, in zwei
Meierhöfe geteilt, durch Kauf an den Grafen
Fürstenberg in Stammheim über. |
Quelle:
Heimatbuch des Landkreises Mülheim am Rhein
von Johann Bendel
Köln-Mülheim 1925
Neuauflage 1973 |
|