Haus Haan und die Höfe

 

Die am Zeisbuschweg gelegende Wasserburg Haus Haan ist ein alter Rittersitz;
ein Konstantin von Hane wird 1230 als erster Besitzer genannt. Über drei-
hundert Jahre (bis 1664) gehörte das Haus der Familie Lülsdorff. Die weiteren
Eigenttümer sind die Droste zu Vischering, Brügelmann-Cromford, von
Fürstenberg-Stammheim und ab 1928 die Stadt Köln. Das immer stärker ver-
fallende Anwesen kam 1984 in Privatbesitz. Durch den Um- und Ausbau zu
Eigentumswohnungen präsentieren sich die Gebäude heute in einem attraktiven
Zustand. Ein Wappenstein im Inneren des Herrenhauses nennt außer einem
Baudatum 1601 den Zeitpunkt der Restaurierung 1786.
 
Ebenso wie Höhenhaus gehörten auch die großen Höfe früher zu Dünnwald.
Schönrath (schöne Rodung) und Neurath (neue Rodung) bildeten zusammen
einen Rittersitz, der vor rund sechshundert Jahren von einem Ritter Sigwin
zur Sühnung einer Blutschuld dem Kloster Altenberg geschenkt wurde. Nach
der unter französicher Herrschaft erfolgten Säkularisation von 1803 erwarben
die Freiherren und späteren Grafen von Fürstenberg auf Schloß Stamheim die
beiden Höfe. Pächter war ab ca. 1860 Ludwig Litz, der auf Neurath die be-
deutendste Kaltblüter-Pferdezucht der Rheinprovinz betrieb. Auch Schweine-
zucht und Spargelanbau fanden Anerkennung.
 
Schönrath ist seit 1928 im Besitz der Stadt Köln und wird immer noch von der
Familie Litz bewirtschaftet.
 
Neurath wurde durch die permanenten Landverluste durch Siedlungsbau immer
bedeutungsloser; schließlich waren auch die Gutsgebäude überflüssig und
wurden abgebrochen.
 
Auch der Rodderhof gehörte bis 1803 zum Kloster Altenberg (Hof zum Rodt
oder Raedt). Hier befand sich von 1820 bis 1846 der Amtssitz der 1808 er-
richteten Bürgermeisterei Merheim, zu der auch Dünnwald gehörte.
Der Bürgermeister Martin Josef Faßbender betrieb am Emberg eine Ziegelei,
die 1883 stillgelegt und abgebrochen wurde (Flurname " am Panneschobbe ").
Eigentümer und Pächter war später rund einhundert Jahre die Familie Schmitz.
 
Der Scheuerhof --richtig Schürhof-- wird urkundlich 1281 zum ersten Mal
erwähnt. Er gehörte über Jahrhunderte wie der Klosterhof zum Kloster Dünn-
wald. 1807 kam er zu Grafschaft Morsbroich, die dem Finanzminister des
Großherzugtums Berg, Agar, geschenkt wurde. 1817 kaufte der Kölner Bankier
Schaaffhausen die Grafschaft von Agar; von dessen Erben erwarb sie 1857 der
Viersener Textilfabrikant Friedrich Wilhelm freiherr von Diergardt.
Heute ist der Schürhof Eigentum der Stadt Köln. Pächter war über viele Jahr-
zehnte die Familie Neuy.
 
Auch Kurtekotten, 1277 zum ersten Mal urkundlich genannt, gehörte seit 1333
zum Besitz des Klosters Dünnwald und kam wie der Schürhof über Agar an
Schaaffhausen und von Diergardt. 1903 pachtete die Familie Schulze-Allen
den Hof und bewirtschaftete ihn bis 1956; bekannt war vor allem die Schaf-
zucht. Die Schwester des Freiherrn frieddrich Leopold von Diergardt, Baronin
von Fink, verkaufte den Hof 1956 an die Bayer AG, die dort moderne Sport-
anlagen und einen Flugplatz errichtete.
 
 
Quelle:
Das alte Dünnwald in Bildern
Vom bergischen Dorf zum Vorort von Köln
Herausgegeben von
Karl E. Quirl und Hermann Grün
1990