Straßennamen

 

Aeltgen-Dünwald-Straße Aeltgen Dünwald = *1555 + 7.11.1629,
  Hebamme in Köln, wurde als Hexe hingerichtet.
   
Albusweg Agnes Albus = * + um 1250, Klosterschwester im
  Prämonstratenserinnenkloster Dünnwald.
   
Am Donewald Donewald = alter Name für das Dorf Dünnwald.
   
Am Jungholz Jungholz = Geländebezeichnung:" Im jungen Holze";
  hier befand sich eine Schonung mit kleinen (jungen)
  Bäumen.
   
Am Katzenberg Katzenberg = Bezeichnung für das Waldgebiet
  zwischen Dünnwalder Mauspfad und Kalkweg.
   
Am Klosterhof Klosterhof = Gutshof des Prämontratenserinnen-
  klosters in Dünnwald.
   
Am Kunstfeld Kunstfeld = der Straßenname bezieht sich auf die
  Fabrik von Wöllner & Mannes, die "Kunst"-stoff-
  produkte herstellten, um 1870 stand hier die Spreng-
  stoffabrik von Benjamin Sterneberg, die am 25.1.
  1870 explodierte.
   
Am Mutzbach Mutzbach = entspringt bei Mutz (Gemeinde Oden-
  thal), fließt an Paffrath und Dünnwald vorbei und
  endet bei Gut Kurtekotten im Manforter Weiher.
   
Am Portzenacker Portzenacker = Flur- und Siedlungsbezeichnung aus
  der Zeit der Klostergründung: " Acker vor der
  Klosterpforte".
   
Am Puffelskooche Puffelskooche = aus Buchweizenmehl hergestelltes
  Brot; "National" Backware Dünnwalds.
   
Am Reinholdsberg Reinhold = der Heidenkönig; der Sage nach befindet
  sich hier das Hühnengrab des Reinhold, der tapfer
  gegen die Römer kämpfte und von seinen Unter-
  häuptlingen erschlagen wurde.
   
Amselstraße Amsel = einheimischer Singvogel, schwarz mit
  gelbem Schnabel.
   
Am weißen Mönch Weiße Mönche = die Möche des Prämonstratenser-
  ordens trugen weiße Kutten.
   
Am Zollhaus Zollhaus = die heutige Gaststätte " Zum Ritter "
  war Zollstation und Pferdewechselstelle für die
  Postkutschen.
   
An den Klostereichen Klostereichen = die Sage von der " Eichelsaat"; ein
  Streit zwischen dem Kloster Dünnwald und dem
  Junker von Schlebusch, der hier Eicheln säte, um
  die Eichen anschließend zu ernten/zu fällen ( Eichen
  brauchen bis zu 100 Jahre, um ausgewachsen zu
  sein).
   
An der Burg An der Burg = der Rittersitz derer von Haan ( von
  Hagen-Wald) befand sich im Jahr 1230 im Besitz
  des Ritters Konstantin von Haane.
   
An der Walkmühle Walkmühle = walken; kneten, weichmachen,
  in dieser Wassermühle wurden Woll- und Filz-
  stoffe bearbeitet; Besitzer waren die Grafen von
  Fürstenberg.
   
Auf der Aue Aue = Bezeichnung für ertrageiche Wiesen/Weiden,
  meist an Gewässern gelegen die auch Hochwasser
  führen können; diese Aue liegt am Mutzbach der
  durch Dünnwald fließt.
   
Auf der Schildwache Schildwache = Schutzwache für das Dorf und
  Kloster Dünnwald in unruhigen Zeiten.
   
Auguste Kowalski Straße Auguste Kowalski = *14.12.1911 + 30.08.1982,
  Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt in Köln-
  Dünnwald 1956 - 1982.
   
Belaweg Bela von Brempt = Meisterin im Prämonstratenser-
  innenkloster Dünnwald 1368 - 1369.
   
Berliner Straße früher Wermelskichnerstraße
  Berlin = Hauptstadt Deutschlands (wieder) mit
  3 milionen Einwohner; 477 km von Köln entfernt;
  1871-1945 Hauptstadt des Deutschen Reiches;
  Berlins Größe entstand 1920 durch Eingemeindung
  von sieben Städten, 59 Landgemeinden und 27
  Gutsbezirken.
   
Birkenweg Birke = Bäume oder Sträucher mit weißer, ab-
  blätternder Rinde; "Maibaum".
   
Breslauer Straße Breslau = stadt in Polen an der Oder, in Mittel-
  schlesien; 708 km von Köln entfernt; erhielt 1261
  das deutsche Stadtrecht; im Mittelalter Hansestadt.
   
Bunzlauer Straße Bunzlau = Stadt in Polen, Schlesien; 38 000 Ein-
  wohner; 604 km von Köln entfernt.
   
   
Christian-Coenen-Straße Christian Coenen = *16.2.1887 + 8.9.1948,
  erster praktischer Arzt in Dünnwald 1912 - 1948.
   
Demuntweg Demunt = Schwester des Ritters Adolf, der 1334
  auf Haus Haan lebte.
   
Dorfheidesraße Dorfheide = der Ursprung dieser Bedeutung konnte
  nicht, nicht mehr oder nicht mehr genau ermittelt
  werden.
   
Durginweg Durgin von Hitz = Klosterfrau (Nonne) im Dünn-
  walder Prämonstratenserinnenkloster um das Jahr
  1223.
   
Dünnwalder Kommunalweg Kommunalweg = von Kommune; aus dem Lateini-
  schen für Gemeinschaft, gemeinschaftlich; städti-
  sches Gemeinwesen; im Mittelalter auch die
  Bezeichnung für Stadtstaaten; Kommunalweg:
  Landstraße zwischen den Kommunen(Gemeinden)
  Dünnwald, Höhenhaus und Stammheim.
   
Dünnwalder Mauspfad früher Mauspfad
  Mauspfad = ursprünglich "Mautpfad"; Zollgrenzweg
  an dem Wegezoll von den durchreisenden Händlern
  und Bauern erhoben wurde.
   
Dünnwalder Mühlenweg Mühlenweg = die Straße führte zur Mühle in
  Paffrath (Stadtteil von Berg. Gladbach).
   
Embergweg Emberg = eigentlich "am Berg", im Volksmund
  "ämerich"; ein durch Anschwemmung entstandener
  Sandrücken; hier die Ablagerungen des Rheins.
   
En de Fluhdänne Fluhdänne = von Floh, Flöhe; das Waldstück am
  Katzenberg diente Zigeunern als Lageplatz; das
  Ansehen dieser Fahrensleute war nie sehr hoch;
  daher der Name für diesen Aufenthaltsort.
   
Franz-Peter-Kürten-Weg Franz-Peter Kürten = *8.12.1891 + 11.4.1957,
  Heimatdichter und Schriftsteller.
   
Glatzer Straße Glatz = Stadt in Polen, im ehemaligen Sudetenland,
  an der Neiße; 688 km von Köln entfernt.
   
Glogauer Straße Glogau = Stadt in Polen; im ehemaligen Kreis
  Liegnitz; 642km von Köln entfernt.
   
Goffineweg Leonhard Goffine = * 6.12.1648 * 11.8.1719,
  Schriftsteller, er gab im Jahr 1687 eine Hand-
  postille heraus, die Erklärungen zu den Evangelien
  enthielt und bis heute weltweit verbreitet ist.
   
Hadwigastraße Heilige Hadwiga = * + im 12. Jahrhundert; Tochter
  des Grafen Lothar von Ahre und der heiligen Hilde-
  gard von Lidberg; Hadwiga lebte um das Jahr 1140
  im Kloster Dünnwald.
   
Hein-Hamacher-Weg Hein Hamacher = * 9.4.1899 + 19.7.1974,
  Kölner Sozialdemokrat; 1948-1958 im Rat der
  Stadt Köln für die SPD.
   
Hildegundweg Hildegund = Heilige; Tochter des Grafen Hermann
  von Liedberg und seiner Frau Hadwigis; sie war
  an der Schenkung des Hofes Zupshoven bei
  Garsdorf an das Kloster Dünnwald beteiligt.
   
Holzweg Holzweg = wurde der einzige befahrbare Weg ge-
  nannt, um Holz aus dem Wald zu transportieren;
  der Dünnwalder Friedhof wurde "Holzhof" genannt.
   
Hornpottweg Hornpott = volkstümliche Bezeichnung für den
  Ortsteil Kunstfeld; ehemals kleines Dünnwalder
  Industriegebiet.
   
Im Leuchterbruch Leuchterbruch = im 18. Jahrhundert haben die Holz-
  fäller des Klosters Dünnwald in den Leuchterge-
  marken (eine Flurbezeichnung) gerodet.
   
Im Wirtskamp Wirtskamp = ehemals Teil des Dünnwalder Ge-
  meindegliedervermögens, auf dem kleine Landwirte
  Ackerwitschaft betrieben.
   
Juttaweg Jutta von dem Bongart in der Holzhofe = (*+ im
  13./14. Jahrhundert) war der komplette Name der
  Meisterin des Prämonstratenserinnenklosters in
  Dünnwald.
   
Kalkweg Kalkweg = führte zum Kalkofen Clodstein bei Heid-
  gen, nahe Berg. Gladbach.
   
Kunstfelder Straße Kunstfeld = hier stand eine Fabrik, die " Kunst -
  produkte" (z.B. Soda und salmiak) herstellte
   
Leimbachweg Leimbacher Hof = im Jahr 1277 für das Kloster
  Dünnwald erworbener Gutshof mit 220 Morgen
  Land.
   
Leuchterstraße Leuchter = so wurden die Irrlichter genannt, die man
  im Dünnwalder Sumpfgebiet sehen konnte; daraus
  wurde der Flurname für dieses Gebiet.
   
Liedbergweg Graf Hermann von Liedberg = und seine Gattin
  waren die Eltern von Hildegund, der späteren
  Meisterin des Klosters Meer bei Neuss.
   
Liebelerweg Liebeler = Name eines Obstzüchters aus dem 18.
  Jahrhundert, der von den Mönchen des Prämonstra-
  tenserklosters nach Dünwald geholt wurde.
   
Lohnskotter Weg Lohnskotten = Kotten bezeichnet ein alleinstehendes
  Bauernhaus; die Straße erinnert an einen Hof, der
  von einem lohnabhängigen Bauern bewirtschaftet
  wurde.
   
Märtenstraße Heinrich Märten = Meisterknecht auf dem Gutshof
  Kurtekotten (zwischen Dünnwald und Leverkusen
  gelegen); er kämpfte und schützte den Hof 1795
  gegen plündernde Franzosen.
   
Marienheider Straße Marienheide = Gemeinde im Oberbergischen Kreis
  in Nordrhein-Westfalen; 13 101 Einwohner; 43km
  nordöstlich von Köln.
   
Meinerzhager Straße Meinerzhagen = stadt in Nordrhein-Westfalen,
  Regierungsbezirk Arnsberg, Märkischer Kreis;
  21 891 Einwohner; Wintersportort, 54 km nord-
  östlich von Köln.
   
Odenthaler Straße früher Dünnwald-Hückeswagener Provinzialstraße
  Odenthal = Gemeinde im Rheinisch-Bergischen
  Kreis in Nordrhein-Westfalen; 14 362 Einwohner;
  16 km nordöstlich von Köln.
   
Oderweg früher Schönrather Straße
  Oder = Fluß an der deutsch-polnischen Grenze,
  912 km lang.
   
Peter-Baum-Weg Peter Baum = * 16.5.1883 + 12.12.1944,
  Dreher, Politiker; Gründer des Dünnwalder Wald-
  bades; Stadtverordneter im Rat der Stadt Köln für
  die SPD; er kam im Konzentrationslager Sachsen-
  hausen ums Leben.
   
Prämonstratenserstraße früher Kirchstraße
  Prämonstratenser = Mitglieder des von Norbert von
  Xanten 1121 in Prémontré gegründeten Kleriker-
  ordens, die nach der Augustinerregel lebten.
   
Schweidnitzer Straße Schweidnitz = Stadt im Regierungsbezirk Breslau;
  heute zu Polen gehörend; 671 km von Köln entfernt.
   
Seelsheider Weg Seelsheide = Stadtteil von Berg. Gladbach an der
  nordöstlichen Stadtgrenze zu Köln.
   
von- Diergardt-Straße Freiherr Friedrich von Diergardt = Textielfabrikant,
  kaufte 1856 die Herrschaft Morsbroich im heutigen
  Leverkusen, sowie die sich im Besitz der Herrschaft
  befindeenden Klostergebäude in Dünnwald mit den
  dazugehörigen Ländereien;
  Freiherr Johannes von Diergardt = * 1859 + 1934,
  Sammler germanischer Goldschmiedekunst, die seit
  1935 im Schnütgen-Museum in Köln zu sehen ist.
   
Vor Selkoren Selkoren = Siedlung, aus der das Kloster und der
  Ort "Donewald" (Dünnwald) hervorgegangen sind;
  die frühe Besiedelung dieser Gegend bezeugen die
  gefundenen Hügelgräber ( fränkische oder karo-
  lingische Zeit).
   
Wilhelm-Brück-Weg Wilhelm Brück = * 8.11.1879 * 23.5.1959,
  engangierter Arbeiter für die arme Bevölkerung
  Dünnwalds; 1946-1948 im Rat der Stadt Köln für
  die CDU.

 

Quelle:
Kölner Strassennamen-Lexikon
von Rüdiger Schünemann-Steffen
Jörg-Rüshü-Selbstverlag,Köln
1999